Risssicherheit an Türen


Öffnungen in Trennwänden aus Gips- Wandbauplatten können beim Errichte der Wände ausgespart oder später aus der fertigen Wand herausgesägt (nicht gestemmt!) werden. Größere Öffnungen,
etwa für Türen, sollten bereits beim Aufbau der Wände angelegt werden. Bei kleinen Öffnungen, z. B. Durchreichen oder Sichtfenstern in den Wänden, sind oft das nachträgliche Sägen, Bohren oder Fräsen die wirtschaftlichere Lösung. Auf diese Weise können im Rahmen von Sanierungen auch nach langjähriger Nutzung
neue Türen an beliebiger Stelle in Trennwände aus Gips-Wandbauplatten eingefügt werden. Öffnungen bis 1 m Breite benötigen keinen Türsturz und keine Bewehrung. Sie werden im fortlaufenden Plattenverband überdeckt. Die beiden Randplatten sollten dabei möglichst 20 bis 30 cm neben der Öffnung aufliegen. Metallzargen können bei der Errichtung der Wand mit eingebaut werden, Holzzargen sind nachträglich einzufügen. Für Öffnungen über 1 m Breite hat sich verzinkter Schlitzbandstahl (Breite 20
mm, Materialdicke 1,5 mm) als Sturzarmierung bewährt. Der Schlitzbandstahl wird hochkant in gefräste oder geschnittene Schlitze wenige Zentimeter über der Öffnung in die überdeckende Plattenschicht eingelegt. Es sind beide Wandseiten zu armieren und die Schlitze in der Höhe um ca. 5 cm gegeneinander zu versetzen.
Die Armierung sollte zu beiden Seiten der Öffnung etwa – soweit möglich – 50 cm in die Wand einbinden. Sollte es trotz einer fachgerechten Ausbildung des Türsturzes zu Rissen in diesem Bereich gekommen sein, ist neben dem Sturz selbst auch der untere Anschluss an der Türschwelle zu überprüfen.
Wie Untersuchungen der MPA Braunschweig ergeben haben, müssen Risse in den Ecken der Türstürze nicht unbedingt
ein Zeichen für zu starke Belastung von oben sein. Sie werden in der Regel durch zu große Durchbiegungen der unter den Wänden liegenden Geschossdecken verursacht.
Die Folge von starken Durchbiegungen sind Spannungen im Türsturz, die unter Umständen zu Rissen führen können.
Wie die MPA-Versuche ebenfalls gezeigt haben, lassen sich diese Risse mit einer Türschwellenarmierung weitestgehend
verhindern. Sie übernimmt am Fußpunkt der Tür sämtliche Zugspannungen, sodass oben im Sturz eine reine Druckzone
entsteht und damit die Rissursache ausgeschaltetwird. Als zusätzliche Sicherheit gegen Rissbildung im Sturzbereich wird
deshalb in besonders kritischen Situationen, z. B. bei großen Deckenspannweiten oder zu erwartenden größeren Bauwerksbewegungen, eine Türschwellenarmierung aus Flachstahl empfohlen. Der als Systemzubehör zu den Gips-Wandbauplatten
erhältliche Flachstahl nimmt als Türschwellenarmierung die auftretenden Zugspannungen sicher auf und reduziert damit die Gefahr von Rissbildungen an Türöffnungen nachhaltig.

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